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Aktualisiert:
Autor:
Roland Golla
Grünes Browserfenster mit Schriftzug OKF, Markdown Datei links, Rakete rechts

Was ist das Open Knowledge Format (OKF)?

Das Open Knowledge Format (OKF) ist eine offene, vendor neutrale Spezifikation von Google Cloud, die organisatorisches Wissen als Verzeichnis von Markdown Dateien mit YAML Frontmatter darstellt. Veröffentlicht am 12. Juni 2026 vom Google Cloud Data Cloud Team, formalisiert OKF das sogenannte LLM Wiki Muster in ein portables, interoperables Format, das Menschen und KI Agenten gleichermaßen lesen können. Aktueller Stand ist seit dem 24. Juli 2026 die Version v0.2.

Die Idee dahinter ist bewusst schlicht: kein neues Runtime, kein Pflicht SDK, keine proprietäre Plattform. Ein OKF Bundle ist nur Markdown, nur Dateien, nur YAML Frontmatter. Jede Datei beschreibt ein Konzept, etwa eine Tabelle, ein Dataset, eine Metrik, ein Runbook oder eine API. Der Dateipfad ist die Identität des Konzepts, und gewöhnliche Markdown Links verbinden die Konzepte zu einem Wissensgraphen.

OKF löst das Context Assembly Problem moderner Agentensysteme. Heute liegt internes Wissen verstreut in Metadaten Katalogen, Wikis, Code Kommentaren oder allein in den Köpfen erfahrener Entwickler. Jedes neue KI Agenten Projekt sammelt diese Informationen von Grund auf neu ein. OKF setzt an dieser Stelle einen gemeinsamen Standard, vergleichbar mit dem, was das Model Context Protocol für den Tool Zugriff leistet, nur eben für das Wissen selbst.

Mit v0.2 kommt die Frage dazu, die sich stellt, sobald Agenten selbst in die Wissensbasis schreiben: Wie vertrauenswürdig ist das, was da steht? Die Antwort sind optionale Frontmatter Felder für Herkunft, Prüfung, Frische und Lebenszyklus sowie ein neuer Concept Type für geprüfte Berechnungen. Ein Bundle aus v0.1 bleibt dabei unverändert gültig.

Open Knowledge Format mit NCA: Schnelle Hilfe vom Experten

Never Code Alone beschäftigt sich seit Jahren mit lokal gehosteter KI und DSGVO konformen Wissensbasen. Genau das Problem, das OKF adressiert, kennen wir aus der Praxis: Wissen, das in Konfluenz, Code Kommentaren, Datenbank Schemata und den Köpfen einzelner Entwickler feststeckt. In NCA Projekten bauen wir regelmäßig Markdown basierte Knowledge Stacks auf, etwa mit Obsidian, Logseq und dem SKILL.md Format, und wissen daher, wie ein offener Standard wie OKF in einen produktiven Workflow passt.

Rund um das Open Knowledge Format ordnet NCA alle angrenzenden Themen ein: vom Vibe Coding Consulting über den Aufbau eines DSGVO konformen lokalen Stacks mit Ollama und llama.cpp bis zur Anbindung an das Model Context Protocol. Wir helfen Teams, eine Wissensbasis sauber zu strukturieren, prüfen im konkreten Use Case, ob OKF zur eigenen Architektur passt, und zeigen, wie sich das Format mit lokaler KI für Compliance verbinden lässt.

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So funktioniert OKF: Markdown plus YAML Frontmatter

Ein OKF Bundle ist ein Verzeichnis aus Markdown Dateien. Jede Datei repräsentiert ein Konzept und besteht aus einem kleinen YAML Frontmatter Block für strukturierte, abfragbare Felder und einem Markdown Body für alles Weitere. Das einzige Pflichtfeld ist type, auch in v0.2. Optional und ebenfalls reserviert sind title, description, resource und tags. Alles andere überlässt die Spezifikation bewusst dem Produzenten, eigene Schlüssel bleiben erhalten statt abgelehnt zu werden.

So sieht ein Konzept Dokument für eine Tabelle aus:

Code:
          

---
type: BigQuery Table
title: Orders
description: Eine Zeile pro abgeschlossener Bestellung
resource: https://console.cloud.google.com/bigquery
tags: [sales, revenue]
---

# Schema

| Spalte | Typ | Beschreibung |
|-------------|--------|-------------------------------|
| order_id | STRING | Global eindeutige Bestell ID |
| customer_id | STRING | Verweis auf customers.md |

# Joins

Verknuepft mit customers.md ueber customer_id

Konzepte verlinken sich über normale Markdown Links und bilden so einen Graphen aus Beziehungen, der reicher ist als die reine Ordnerhierarchie. Optional enthalten Bundles index.md Dateien für progressive Offenlegung beim Navigieren sowie log.md Dateien für die chronologische Änderungshistorie. Die komplette Spezifikation ist weiterhin kurz und liegt offen auf GitHub im Repository GoogleCloudPlatform knowledge-catalog.

Beim Sprung auf v0.2 gibt es zwei bewusste Umbenennungen. Das Feld timestamp wird von generated.at abgelöst, die Liste Citations im Body vom Frontmatter Feld sources. In beiden Fällen kann ein Consumer auf die alte Form zurückfallen. v0.2 ist ein additiver Minor Bump, rückwärtskompatibel und ohne Migrationszwang.

Drei Prinzipien hinter dem Open Knowledge Format

Google begründet das Design von OKF mit drei Leitgedanken, die das Format bewusst leichtgewichtig halten:

  • Minimal vorgegeben: OKF verlangt von jedem Konzept genau eine Sache, das Feld type. Welche Typen existieren, welche weiteren Felder genutzt werden und wie der Body aufgebaut ist, bleibt dem Produzenten überlassen. Die Spezifikation definiert die Interoperabilität, nicht das Inhaltsmodell.
  • Produzent und Konsument getrennt: Wer das Wissen schreibt, ist sauber davon entkoppelt, wer es konsumiert. Ein von Menschen verfasstes Bundle kann ein KI Agent lesen, ein per Pipeline generiertes Bundle lässt sich in einem Visualizer durchblättern. Das Format ist der Vertrag, die Werkzeuge an beiden Enden sind frei austauschbar.
  • Format statt Plattform: OKF ist an keine Cloud, keine Datenbank, keinen Modell Anbieter und kein Agenten Framework gebunden. Es verlangt nie einen proprietären Account oder ein SDK. Der Wert eines Wissensformats entsteht daraus, wie viele Parteien es sprechen, nicht daraus, wem es gehört.

Zum Start liefert Google bewusst nur Referenz Implementierungen: einen Enrichment Agent, der ein BigQuery Dataset durchläuft und für jede Tabelle ein OKF Dokument entwirft, einen statischen HTML Visualizer, der jedes Bundle in eine interaktive Graph Ansicht verwandelt, sowie drei fertige Beispiel Bundles. Diese Tools zeigen einen möglichen Weg, schreiben aber weder Agenten Framework noch Modell vor. Wer mit lokalen Modellen wie Qwen oder einem RAG Framework wie LlamaIndex arbeitet, kann eigene Produzenten und Konsumenten bauen.

OKF v0.2: Trust Signals für Wissen aus KI Agenten

Am 24. Juli 2026 hat das Google Cloud Data Cloud Team OKF v0.2 veröffentlicht. Der Auslöser kam aus der Community. Solange ein Mensch eine Wiki Seite schreibt, gibt es eine stille Garantie: jemand ist verantwortlich. Wenn ein Agent über Nacht zehntausend Konzepte erzeugt, ist diese Garantie weg. v0.2 beantwortet deshalb die Frage, der sich jede agentisch gepflegte Wissensbasis stellen muss. Kann ich dem hier trauen?

Google formuliert das als fünf Fragen, die ein Consumer aus dem Frontmatter beantworten können muss, bevor er den Body überhaupt liest:

  • Provenance: Woraus ist dieses Konzept entstanden?
  • Trust: Wie sehr soll ich ihm vertrauen?
  • Freshness: Stimmt es noch?
  • Lifecycle: Ist das die aktuelle Version?
  • Attestation: Wurde diese Zahl so berechnet, wie es vorgeschrieben ist?

Der Trick dahinter ist Sparsamkeit. Die meisten Zugriffe auf ein Konzept lesen den Text nie. Ein Agent scannt, sortiert aus und entscheidet erst danach, was er wirklich liest. Genau diese Entscheidung soll billig sein, ohne Tokens für Prosa zu verbrennen. Deshalb wandern die Vertrauenssignale ins Frontmatter und nicht in den Body:

Code:
          

---
type: BigQuery Table
title: Customer Orders
tags: [sales, orders, revenue]
generated: { by: reference_agent/gemini-2.5-pro, at: 2026-06-30T14:00:00Z }
verified:
  - { by: human:kliu@acme, at: 2026-07-01T16:00:00Z }
status: stable
stale_after: 2026-12-31
sources:
  - id: warehouse-schema
    resource: https://wiki.acme.internal/data/warehouse/schemas/sales
    author: team:data-platform
    usage_count: 1240
    last_modified: 2026-06-15
---

generated und verified sind bewusst getrennt. Wer etwas geschrieben hat, muss nicht der sein, der es bestätigt. Aus verified leitet sich ein Trust Tier ab: kein Eintrag heißt unverified, nur maschinelle Bestätigung heißt machine confirmed, eine Bestätigung durch einen human Actor heißt human reviewed. Das ist keine Zugriffskontrolle, sondern ein Filter. Ein Management Dashboard zeigt nur human reviewed Metriken, eine Testumgebung nimmt alles.

Bei sources hat Google bewusst etwas weggelassen: den Score. Statt einer erfundenen Vertrauenszahl stehen dort objektive Signale wie Autor, Nutzungshäufigkeit und Änderungsdatum. Bewerten darf der Consumer selbst. Ein Score wäre subjektiv, wäre zwischen Systemen nicht übertragbar und wäre in dem Moment veraltet, in dem er geschrieben wird. status führt ein Konzept von draft über stable nach deprecated, stale_after setzt ein absolutes Datum statt einer relativen Laufzeit. Damit wird Veralterung zu einem simplen Datumsvergleich, den auch Code ohne LLM ausführen kann.

Feld in v0.2 Beantwortet Was der Consumer damit macht
sources Provenance Quellen mit Autor, Nutzungshäufigkeit und Datum, Zitate als Markdown Fußnoten
generated Trust Wer den Inhalt erzeugt hat und wann er sich zuletzt wirklich geändert hat
verified Trust Liste unabhängiger Bestätigungen, daraus folgt der Trust Tier
stale_after Freshness Absolutes Datum, ab dem eine erneute Prüfung nötig ist
status Lifecycle draft, stable oder deprecated, fehlender Wert bedeutet stable
Attested Computation Attestation Neuer Concept Type mit gesanktionierter Berechnung, Receipt und Attester

Attested Computation: geprüfte Zahlen statt improvisierter Queries

Der stärkste Teil von v0.2 ist ein neuer Concept Type. Attested Computation beantwortet eine Frage, die in dem Moment brennt, in dem ein Agent einen Geldbetrag nennt: Wurde diese Zahl so berechnet, wie es vorgeschrieben ist, oder hat sich der Agent sein eigenes SQL zusammengebaut?

Ein solches Konzept enthält nicht nur die Bedeutung eines Wertes, sondern die gesanktionierte Berechnung selbst plus die Mittel, ihre Ausführung zu prüfen:

Code:
          

---
type: Attested Computation
title: Revenue for a fiscal year
runtime: bigquery
parameters:
  - { name: year, type: integer, required: true }
executor:
  resource: skills/run-on-bq.md
  receipt: [job_id, executed_sql, result]
attester:
  resource: attesters/sql_equality.py
status: stable
---

Die Regel ist hart: Der Agent darf ausschließlich die deklarierten parameters füllen. Er darf die Berechnung nie schreiben und nie editieren. Ausgeführt wird über den executor, der ein Receipt zurückgibt, hier die Job ID, das tatsächlich ausgeführte SQL und das Ergebnis. Danach prüft ein attester ohne LLM, rein deterministisch, ob die gelaufene Query der gesanktionierten entspricht. Ein getauschter Tabellenname, ein zusätzlicher Filter, ein weggefallener JOIN: alles fällt durch. Der Consumer zeigt den Wert dann schlicht nicht an.

Wichtig für die Einordnung: OKF beschreibt die Berechnung und den Prüfweg, führt selbst aber nichts aus. Und Attestation ist nicht dasselbe wie Verification. verified bestätigt, dass eine Definition noch zur Policy passt, langsam und auf Dokumentebene. Attestation bestätigt einen einzelnen Lauf, bei jedem Aufruf und ohne im Bundle gespeichert zu werden. Eine veraltete Definition kann sauber attestieren, eine frisch geprüfte Definition braucht trotzdem bei jedem Lauf ihre Attestation.

Für uns bei Never Code Alone ist das der interessanteste Teil der Spezifikation, weil es exakt das Muster ist, das wir aus Vibe Coding Best Practices kennen, nur auf Zahlen statt auf Code angewendet. Ein Agent bekommt Tempo, aber keine Freiheit an der kritischen Stelle. Genau so funktionieren auch Guardrails im Code: Der Agent schreibt, PHPStan, Rector und PHPUnit entscheiden. Wer Agenten an Unternehmensdaten lässt, braucht diese Trennung zwischen Ausführen und Prüfen zwingend.

Eigenschaft Open Knowledge Format Klassischer Metadaten Katalog
Format Markdown plus YAML, offen lesbar Proprietäres Schema je Anbieter
Zugriff Git clone, cat, jeder Editor API und SDK des Anbieters nötig
Portabilität Über Systeme und Organisationen hinweg An die Plattform gebunden
Pflichtfeld Nur das Feld type Vollständiges Metadaten Schema
Versionierung Direkt in Git neben dem Code Separates System, eigener Export

OKF und DSGVO: souveränes Wissen ohne Lock in

Für Unternehmen in der EU ist der offene Charakter von OKF mehr als ein technisches Detail. Wer seine Wissensbasis als offenes Markdown ablegt statt in einem proprietären Katalog, behält die volle Kontrolle: Die Dateien lassen sich auf eigenen Servern, im eigenen Git und ohne externen Dienst betreiben. Das macht OKF zu einem natürlichen Baustein für einen DSGVO konformen, lokal gehosteten KI Stack, wie ihn NCA regelmäßig mit Teams aufbaut.

Wichtig zur Einordnung: OKF ersetzt das Model Context Protocol nicht, sondern ergänzt es. MCP regelt, wie ein Agent Werkzeuge und Datenquellen zur Laufzeit anspricht, etwa über einen GitHub MCP Server oder die Mistral Connectors. OKF beschreibt dagegen das kuratierte Wissen selbst. Beide Ansätze adressieren dasselbe Grundproblem aus unterschiedlichen Richtungen: Ein Modell ist nur so gut wie der Kontext, den es bekommt.

Das Muster ist nicht neu. Wer schon einmal einen Obsidian Vault mit einem Coding Agent verbunden, mit SKILL.md Dateien gearbeitet oder das Karpathy LLM Wiki gelesen hat, erkennt die Form sofort. OKF formalisiert genau die kleine Menge an Konventionen, die nötig ist, damit diese bislang individuellen Lösungen zusammenarbeiten. Auch verwandt ist der Trend zu kompakten Datenformaten wie TOON, der ebenfalls Token und Lesbarkeit in den Mittelpunkt stellt.

LLMs don't get bored, don't forget to update a cross-reference.

Andrej Karpathy, KI Forscher und Educator – Google Cloud Blog, LLM Wiki Gist

NCA Einordnung: Wann sich OKF für dein Team lohnt

OKF ist ein Format, kein Tool, das man installiert. Genau deshalb ordnen wir es als Experten ein, statt es pauschal zu empfehlen. Ob ein offener Wissensstandard für dein Projekt passt, hängt davon ab, wie verteilt dein Wissen heute liegt und wie viele Agenten darauf zugreifen sollen. In NCA Projekten sehen wir regelmäßig, dass der größte Hebel nicht im Modell liegt, sondern im Kontext, den es bekommt. Ein sauber strukturiertes Bundle aus Markdown Konzepten bringt oft mehr als das nächstgrößere Modell.

Sinnvoll wird OKF dort, wo mehrere Teams oder mehrere Agenten dieselbe Wissensbasis nutzen und Portabilität zählt. Für eine einzelne kleine Codebase reicht häufig schon eine SKILL.md oder ein Obsidian Vault. Wir helfen Teams, diese Entscheidung im konkreten Use Case zu treffen, und verbinden OKF bei Bedarf mit einem lokalen Stack aus Ollama, Embedding Modellen und einem RAG Framework.

Roland Golla und das NCA Team begleiten diesen Weg vom Prototyp bis in die Produktion. Unsere Schwerpunkte reichen vom Vibe Coding Consulting über Vibe Coding Best Practices bis zur Vibe Coding Beratung für Teams, die KI gestützte Entwicklung sicher und DSGVO konform aufsetzen wollen. Wir kombinieren offene Standards wie OKF mit einem souveränen, europäischen KI Stack.

CYPRESS.IO Ambassador und IT Consultant für QA Engenieering und Qualität in PHP Projekten.

NCA Vibe Coding Consulting

Roland Golla ist Entwickler aus Leidenschaft – seit über 20 Jahren. Er hat hunderte Projekte begleitet, von Legacy-Refactoring bis KI-Integration. Bei Vibe Coding verbindet er das Beste aus beiden Welten: Die Geschwindigkeit von KI-generiertem Code mit der Qualität professioneller Softwareentwicklung. Kein Bullshit, keine Agentur-Floskeln – direkte Hilfe von jemandem, der selbst täglich im Code steckt.

Häufige Fragen zum Open Knowledge Format

Die wichtigsten Fragen zu OKF, seiner Funktionsweise und der Einordnung gegenüber MCP und proprietären Katalogen, kompakt beantwortet.

Was ist das Open Knowledge Format OKF 2026?

OKF ist eine offene, vendor neutrale Spezifikation von Google Cloud, die Wissen als Verzeichnis von Markdown Dateien mit YAML Frontmatter darstellt. Veröffentlicht im Juni 2026, formalisiert es das LLM Wiki Muster zu einem portablen Standard, den Menschen und KI Agenten ohne Übersetzungsschicht lesen können.

Wann wurde OKF veröffentlicht 2026?

Google Cloud hat das Open Knowledge Format am 12. Juni 2026 als Spezifikation v0.1 veröffentlicht. Die Version ist ausdrücklich als Startpunkt gedacht und soll sich rückwärtskompatibel weiterentwickeln, während mehr Produzenten und Konsumenten entstehen. Repository und Spezifikation liegen offen auf GitHub.

Welches Feld ist in einer OKF Datei Pflicht 2026?

Pflicht ist genau ein Feld: type. Damit legt OKF fest, um welche Art von Konzept es sich handelt, etwa eine Tabelle, ein Dataset oder eine Metrik. Optional und reserviert sind title, description, resource, tags und timestamp. Alles Weitere bleibt dem Produzenten überlassen.

Ersetzt OKF das Model Context Protocol 2026?

Nein. OKF und das Model Context Protocol ergänzen sich. MCP regelt, wie ein Agent zur Laufzeit Werkzeuge und Datenquellen anspricht. OKF beschreibt dagegen das kuratierte Wissen selbst als portables Markdown. Beide adressieren dasselbe Grundproblem, den fehlenden Kontext, aus unterschiedlichen Richtungen.

Ist OKF DSGVO konform nutzbar 2026?

Ja. Da OKF nur aus offenen Markdown Dateien besteht, lässt es sich vollständig auf eigenen Servern, im eigenen Git und ohne externen Dienst betreiben. Kein Datensatz muss das eigene System verlassen. Damit eignet sich OKF gut als Baustein für einen DSGVO konformen, lokal gehosteten KI Stack.

Wer hat OKF entwickelt?

Das Open Knowledge Format stammt vom Google Cloud Data Cloud Team. Als Tech Leads zeichnen Sam McVeety und Amir Hormati verantwortlich. Google veröffentlicht das Format als offenen Standard und lädt ausdrücklich zu alternativen Implementierungen und Adoption über Google Produkte hinaus ein.

Was ist ein OKF Bundle?

Ein Bundle ist ein Verzeichnis aus Markdown Dateien, in dem jede Datei ein Konzept beschreibt. Der Dateipfad ist die Identität des Konzepts, Markdown Links verbinden die Konzepte zu einem Wissensgraphen. Optional enthalten Bundles index.md Dateien für progressive Offenlegung und log.md Dateien für die Historie.

Wie unterscheidet sich OKF von einem klassischen Datenkatalog?

Ein klassischer Katalog nutzt ein proprietäres Schema und verlangt API sowie SDK des Anbieters. OKF dagegen ist nur Markdown plus YAML, lesbar in jedem Editor und portabel über Systeme und Organisationen hinweg. Das Wissen lebt versioniert in Git neben dem Code, statt in einem separaten System.

Welche Tools liefert Google mit OKF aus?

Google stellt Referenz Implementierungen bereit: einen Enrichment Agent, der für jede BigQuery Tabelle ein OKF Dokument entwirft, einen statischen HTML Visualizer für interaktive Graph Ansichten sowie drei fertige Beispiel Bundles. Diese Tools sind bewusst nur Proofs of Concept und schreiben kein bestimmtes Framework vor.

Was hat Andrej Karpathy mit OKF zu tun?

OKF formalisiert das LLM Wiki Muster, das der KI Forscher Andrej Karpathy in seinem viel beachteten Gist beschrieben hat. Seine Kernidee: LLMs werden nicht müde und vergessen keine Querverweise, weshalb sie die Pflege eines Wikis übernehmen können, während Menschen die Inhalte kuratieren.

Kann ich OKF mit Obsidian oder SKILL.md kombinieren?

Ja. OKF baut auf denselben Bausteinen auf wie Obsidian Vaults oder das SKILL.md Format, nämlich Markdown und YAML Frontmatter. Wer bereits mit diesen Mustern arbeitet, erkennt die Form sofort. OKF fügt nur die kleine Menge an Konventionen hinzu, die nötig ist, damit solche Wikis interoperabel werden.

Wo finde ich die OKF Spezifikation?

Die vollständige Spezifikation v0.1, das Repository und die Beispiel Bundles liegen offen auf GitHub im Projekt GoogleCloudPlatform knowledge-catalog im Ordner okf. Laut Google passt die Spezifikation auf eine einzige Seite und ist explizit für rückwärtskompatibles Wachstum versioniert.

Was ist neu in OKF v0.2 gegenüber v0.1?

v0.2 fügt optionale Frontmatter Felder für Vertrauen hinzu: sources für die Herkunft, generated und verified für die Nachvollziehbarkeit, stale_after für die Frische und status für den Lebenszyklus. Dazu kommt der neue Concept Type Attested Computation. Die Version ist additiv und rückwärtskompatibel, ein v0.1 Bundle bleibt unverändert gültig.

Was ist ein Trust Tier in OKF?

Der Trust Tier leitet sich aus dem Feld verified ab. Fehlt das Feld, gilt ein Konzept als unverified. Bestätigen es nur maschinelle Actors, ist es machine confirmed. Kommt eine Bestätigung von einem human Actor, ist es human reviewed. Tiers sind ein Filtersignal, keine Zugriffskontrolle. Ein Consumer kann darauf aufbauend entscheiden, was er überhaupt ausliefert.

Wofür ist der Concept Type Attested Computation gedacht?

Er hält eine gesanktionierte Berechnung fest, etwa ein SQL Statement für eine Umsatzkennzahl, plus den Weg, ihre Ausführung zu prüfen. Der Agent darf nur deklarierte Parameter füllen, nie die Berechnung ändern. Ein Executor liefert ein Receipt, ein deterministischer Attester ohne LLM vergleicht das tatsächlich gelaufene Statement mit dem hinterlegten und liefert ein Urteil.

Worin unterscheiden sich verified und Attestation?

verified bestätigt, dass eine Definition noch zur Policy passt. Das passiert selten, auf Dokumentebene und wird im Bundle gespeichert. Attestation bestätigt einen einzelnen Lauf und läuft bei jedem Aufruf, ohne im Bundle abgelegt zu werden. Eine veraltete Definition kann sauber attestieren, eine frisch geprüfte Definition braucht trotzdem jedes Mal ihre Attestation.

Muss ich mein OKF Bundle auf v0.2 migrieren?

Nein. Alle neuen Felder sind optional und type bleibt das einzige Pflichtfeld. Ein Bundle ohne die Ergänzungen ist unter v0.2 genauso gültig wie zuvor. Zwei Umbenennungen sollte man kennen: timestamp wird von generated.at abgelöst, die Citations Liste im Body vom Feld sources. Consumer können auf die alte Form zurückfallen.