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Grüner Firefox-Fox um Browser mit Accessibility-Audit-Dashboard

Was sind die Firefox Accessibility Testing Tools?

Die Firefox Accessibility Testing Tools sind eine Sammlung integrierter Entwicklerwerkzeuge im Firefox-Browser, mit denen Webentwickler und Designer ihre Webseiten auf Barrierefreiheit prüfen können. Sie umfassen den Accessibility Inspector, automatische Prüfungen für Kontrast, Tastaturnavigation und Labels sowie einen Simulator für Farbsehschwächen.

Seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das im Juni 2025 in Kraft getreten ist, sind viele Unternehmen in Deutschland verpflichtet, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten. Firefox bietet dafür kostenlose, leistungsfähige Werkzeuge direkt im Browser – ohne zusätzliche Software oder kostenpflichtige Lizenzen. In dieser Anleitung zeigen wir euch, wie ihr die Firefox Accessibility Testing Tools 2026 effektiv einsetzt, welche Extensions den Funktionsumfang erweitern und wie ein systematischer Testing-Workflow aussieht.

Der Firefox Accessibility Inspector im Detail

Der Accessibility Inspector ist das Herzstück der Firefox-Barrierefreiheit-Tools. Ihr öffnet ihn über die Developer Tools (F12) im Tab "Accessibility" oder per Rechtsklick auf ein beliebiges Element und "Inspect Accessibility Properties". Der Inspector zeigt den kompletten Accessibility Tree eurer Seite – also die Struktur, wie Screenreader und andere assistive Technologien eure Webseite wahrnehmen.

Auf der linken Seite seht ihr eine Baumansicht aller Elemente mit ihrer jeweiligen Role (z. B. pushbutton, heading, link) und ihrem Name (der zugängliche Name, den assistive Technologien vorlesen). Auf der rechten Seite zeigt ein Properties-Panel die detaillierten Eigenschaften: DOMNode, Description, States, Actions und ARIA-Attribute. Per Klick auf das Target-Icon springt ihr direkt zum zugehörigen HTML-Element im Page Inspector – und umgekehrt.

Besonders praktisch: Wenn ihr mit aktiviertem Accessibility Picker über Elemente hovert, zeigt Firefox direkt ein Overlay mit Name, Rolle, States und Kontrastquotient an. So erkennt ihr Probleme auf einen Blick, ohne jedes Element einzeln im Tree anklicken zu müssen.

Praktische Test-Funktionen im Überblick

Der Accessibility Inspector in Firefox bietet vier zentrale Funktionsbereiche, die zusammen einen umfassenden Testing-Workflow abdecken.

Die "Check for Issues"-Funktion ist euer Startpunkt für schnelle automatisierte Prüfungen. Über das Dropdown-Menü wählt ihr gezielt zwischen Farbkontrast-Problemen, Keyboard-Navigation-Issues und Formular-Label-Fehlern oder lasst mit "All Issues" alles auf einmal scannen. Firefox filtert dann den Accessibility Tree und zeigt euch ausschließlich die problematischen Elemente mit konkreten Hinweisen im Checks-Panel.

Der Farbkontrast-Checker prüft dabei alle drei WCAG-2.1-Kontrasttypen: das Minimum von 4,5:1 für normalen Text, 3:1 für großen Text und 3:1 für interaktive und grafische Elemente. Bei Hintergrundverläufen zeigt Firefox sogar an, welche Bereiche des Gradienten die Anforderungen erfüllen und welche nicht.

Das Simulate-Menü ist besonders wertvoll für empathisches Testing. Es simuliert sieben verschiedene Farbsehschwächen, darunter Protanopie, Deuteranopie und Tritanopie, sowie den Verlust von Kontrastempfindlichkeit. So seht ihr annähernd, wie eure Seite für Menschen mit Farbfehlsichtigkeit aussieht. Etwa 8 % aller Männer und 0,5 % der Frauen weltweit sind davon betroffen.

Die "Show Tabbing Order" Checkbox erzeugt ein visuelles Overlay, das die Tab-Reihenfolge aller fokussierbaren Elemente nummeriert anzeigt. Das aktuell fokussierte Element wird farblich hervorgehoben. So erkennt ihr auf einen Blick, ob die Keyboard-Navigation logisch aufgebaut ist, ohne jeden Tab-Stop einzeln durchklicken zu müssen.

Zusätzlich bietet der Accessibility Picker ähnlich dem DOM-Element-Picker die Möglichkeit, mit der Maus über Elemente zu hovern und deren Accessibility-Eigenschaften direkt als Tooltip zu sehen, inklusive Name, Rolle, Zustände und Kontrastverältnis. Mit gedrückter Shift-Taste könnt ihr mehrere Elemente nacheinander prüfen, ohne den Picker jedes Mal neu aktivieren zu müssen.

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Empfohlene Firefox-Extensions für professionelles Testing

Die integrierten Firefox-Tools decken bereits viel ab, aber spezialisierte Extensions erweitern euren Testing-Werkzeugkasten erheblich. Hier sind die wichtigsten Extensions, die wir im professionellen Accessibility-Audit einsetzen.

WAVE von WebAIM eignet sich hervorragend für schnelle Initial-Scans. Die Extension markiert Fehler, Warnungen und strukturelle Elemente direkt im Seitenkontext mit farbigen Icons. Ihr seht auf einen Blick, wo Probleme liegen, und könnt über die Detail-Ansicht den zugehörigen Code inspizieren. WAVE ist auch das Tool hinter dem jährlichen WebAIM Million Report, der als Branchenstandard für Accessibility-Statistiken gilt.

axe DevTools von Deque ist das Tool der Wahl für tiefergehende Analysen. Es kategorisiert gefundene Probleme nach Schweregrad in critical, serious, moderate und minor und liefert zu jedem Issue eine detaillierte Beschreibung mit konkretem Lösungsvorschlag. Über den Link zu Deque University bekommt ihr zusätzlich ausführliche Erklärungen. Laut Deque erkennt axe DevTools automatisiert rund 57 % aller Accessibility-Issues, was deutlich über dem Branchendurchschnitt automatisierter Tools liegt.

HeadingsMap visualisiert die Überschriften-Hierarchie eurer Seite als Baumstruktur. Damit erkennt ihr sofort, ob H1 bis H6 logisch verschachtelt sind oder ob Ebenen übersprungen werden. Eine saubere Heading-Struktur ist entscheidend für Screenreader-Nutzer, die sich primär über Überschriften durch Seiten navigieren.

AInspector für WCAG-Evaluation ist eine weitere empfehlenswerte Extension, die Webseiten systematisch gegen WCAG 2.2 Level A und AA prüft. Das Tool organisiert Ergebnisse nach Regelkategorien und WCAG-Richtlinien und erlaubt den Export als CSV oder JSON für die Dokumentation in Accessibility-Reports.

Siteimprove Accessibility Checker rundet das Set ab. Er basiert auf den aktuellen ACT-Regeln (Accessibility Conformance Testing) und bietet neben der Fehlererkennung auch konkrete Handlungsempfehlungen mit Verlinkung zu den relevanten WCAG-Techniken. Besonders praktisch ist die Möglichkeit, auch passwortgeschützte Seiten und dynamische Inhalte zu testen.

Best Practices: Systematischer Testing-Workflow mit Firefox

Ein strukturierter Testing-Workflow spart Zeit und stellt sicher, dass keine Problemkategorie übersehen wird. Hier ist der Ablauf, den wir bei Never Code Alone für Accessibility-Audits mit Firefox empfehlen.

Im ersten Schritt führt ihr einen automatisierten Scan mit der "Check for Issues"-Funktion im Accessibility Inspector durch. Wählt "All Issues" und verschafft euch einen Überblick über Kontrast, Labels und Keyboard-Probleme. Exportiert den Accessibility Tree bei Bedarf als JSON über das Kontextmenü, um eine Baseline-Dokumentation zu erstellen.

Anschließend ergänzt ihr den Scan mit WAVE oder axe DevTools. Diese Extensions finden ergänzende Issues und priorisieren nach Schweregrad. Besonders axe DevTools liefert euch mit der Einteilung in critical, serious, moderate und minor eine klare Reihenfolge für die Behebung.

Im dritten Schritt testet ihr manuell die Keyboard-Navigation. Aktiviert "Show Tabbing Order" für den visuellen Überblick und navigiert dann selbst mit der Tab-Taste durch die Seite. Achtet auf einen sichtbaren Fokus-Indikator, eine logische Reihenfolge und darauf, dass alle interaktiven Elemente erreichbar und bedienbar sind – auch Modals, Dropdown-Menüs und Slider.

Danach nutzt ihr den Farbsehschwächen-Simulator. Testet nacheinander mindestens Protanopie (kein Rot), Deuteranopie (kein Grün) und den Kontrastempfindlichkeitsverlust. Prüft, ob alle wichtigen Informationen auch ohne Farbe erkennbar sind – etwa durch zusätzliche Icons, Muster oder Textlabels.

Abschließend überprüft ihr die Überschriften-Struktur mit HeadingsMap und den Accessibility Tree im Inspector. Eine saubere H1-bis-H6-Hierarchie ohne übersprungene Ebenen ist essenziell für die Screenreader-Navigation.

Wichtig: Automatisierte Tools decken nach aktuellen Schätzungen maximal 30–57 % aller Accessibility-Probleme ab. Manuelles Testing – idealerweise auch mit echten assistiven Technologien wie NVDA oder VoiceOver – bleibt unverzichtbar für ein vollständiges Bild.

Fazit: Firefox als zentrale Plattform für Barrierefreiheit-Tests 2026

Firefox bietet mit dem Accessibility Inspector, dem Farbsehschwächen-Simulator und den automatischen Prüffunktionen eines der umfassendsten kostenlosen Toolsets für Barrierefreiheit-Tests. In Kombination mit Extensions wie WAVE, axe DevTools und AInspector entsteht ein professioneller Testing-Workflow, der einen Großteil der häufigsten WCAG-Verstöße aufdeckt.

Der WebAIM Million Report 2025 zeigt, dass noch immer durchschnittlich 51 Accessibility-Fehler pro Webseite gefunden werden – wobei sechs Fehlerkategorien für über 96 % aller Probleme verantwortlich sind. Die gute Nachricht: Genau diese Fehler lassen sich mit den hier vorgestellten Firefox-Tools systematisch identifizieren und beheben.

Seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) sind regelmäßige Accessibility-Tests nicht nur Best Practice, sondern für viele Unternehmen rechtliche Pflicht. Firefox gibt euch die Werkzeuge dafür kostenlos an die Hand. Für eine umfassende Accessibility-Strategie, die über einzelne Tests hinausgeht, unterstützt euch das Team von Never Code Alone – von der initialen WCAG-Analyse über die technische Umsetzung bis zum automatisierten Monitoring.

Kontaktiert uns für eine kostenlose Erstberatung: roland@nevercodealone.de | +49 176 24747727

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Firefox Accessibility Testing Tools

Hier beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um Accessibility-Testing mit Firefox – von der Einrichtung der DevTools bis zur Integration in bestehende Entwicklungs-Workflows.

Was sind die besten Firefox Accessibility Testing Tools 2026?

Die wichtigsten Tools 2026 sind der integrierte Accessibility Inspector mit Check for Issues, Farbsehschwächen-Simulator und Tabbing-Order-Anzeige sowie die Extensions WAVE, axe DevTools, HeadingsMap und AInspector für WCAG 2.2. Zusammen decken sie den Großteil automatisiert prüfbarer WCAG-Kriterien ab.

Wie öffne ich den Firefox Accessibility Inspector 2026?

Öffnet die Developer Tools mit F12, wählt den Tab Accessibility und aktiviert die Engine. Alternativ rechtsklickt ihr auf ein Element und wählt Inspect Accessibility Properties. Seit Firefox 61 ist der Inspector fester Bestandteil der DevTools und wird kontinuierlich weiterentwickelt.

Welche Accessibility-Fehler findet Firefox automatisch 2026?

Firefox erkennt automatisch Farbkontrast-Probleme nach WCAG 2.1, fehlende Formular-Labels, Keyboard-Navigation-Issues und fehlende zugängliche Namen. Mit der Check-for-Issues-Funktion könnt ihr gezielt nach einzelnen Kategorien oder allen Problemen gleichzeitig scannen.

Wie teste ich Farbsehschwächen mit Firefox 2026?

Im Accessibility Inspector wählt ihr unter Simulate eine von sieben Farbsehschwächen wie Protanopie, Deuteranopie oder Tritanopie aus. Firefox rendert die gesamte Seite in Echtzeit mit der gewählten Simulation. So prüft ihr, ob eure Farbwahl auch für die betroffenen 8 Prozent der Männer und 0,5 Prozent der Frauen funktioniert.

Ist Firefox besser als Chrome für Accessibility Testing 2026?

Firefox bietet einige Vorteile gegenüber Chrome: Der Accessibility Inspector arbeitet ohne Seiten-Reload, der Farbsehschwächen-Simulator ist direkt integriert und die Check-for-Issues-Funktion scannt den aktuellen DOM-Zustand in Echtzeit. Chrome Lighthouse erfordert dagegen einen Seiten-Neuaufbau. Beide Browser ergänzen sich ideal in einem umfassenden Testing-Workflow.

Welche Firefox-Extensions brauche ich für professionelles Accessibility Testing?

Für einen professionellen Workflow empfehlen wir WAVE für schnelle Visual-Scans, axe DevTools für priorisierte Tiefenanalysen, HeadingsMap für die Überschriften-Struktur und AInspector für systematische WCAG-2.2-Evaluationen. Zusammen mit den integrierten Firefox-Tools entsteht ein vollständiges Audit-Toolkit.

Was sagt der WebAIM Million Report 2025 über die häufigsten Accessibility-Fehler?

Der WebAIM Million Report 2025 hat durchschnittlich 51 Fehler pro Webseite gefunden. Die sechs häufigsten Fehlertypen – mangelnder Farbkontrast, fehlende Alt-Texte, fehlende Formular-Labels, leere Links, leere Buttons und fehlende Seitensprache – machen zusammen über 96 Prozent aller erkannten Probleme aus.

Wie prüfe ich die Keyboard-Navigation mit Firefox?

Aktiviert die Show Tabbing Order Checkbox im Accessibility Inspector. Firefox zeigt dann ein nummeriertes Overlay über allen fokussierbaren Elementen. Zusätzlich solltet ihr manuell mit der Tab-Taste navigieren und auf sichtbare Fokus-Indikatoren, logische Reihenfolge und die Erreichbarkeit aller interaktiven Elemente achten.

Was ist der Accessibility Tree in Firefox und warum ist er wichtig?

Der Accessibility Tree ist eine parallele Darstellung des DOM, die zeigt, wie assistive Technologien eure Seite wahrnehmen. Er enthält für jedes Element Rolle, Name, Beschreibung, Zustände und ARIA-Attribute. In Firefox könnt ihr den Tree im Accessibility Inspector durchnavigieren und sogar als JSON exportieren.

Muss ich seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz Accessibility-Tests durchführen?

Das BFSG verpflichtet seit Juni 2025 viele Unternehmen, ihre digitalen Produkte und Dienstleistungen barrierefrei zu gestalten. Regelmäßige Tests mit Tools wie dem Firefox Accessibility Inspector sind ein wichtiger Baustein, um die Einhaltung der WCAG-Kriterien nachzuweisen und Compliance sicherzustellen.

Reichen automatisierte Firefox-Tests für vollständige Barrierefreiheit aus?

Nein, automatisierte Tools erkennen maximal 30 bis 57 Prozent aller Accessibility-Probleme. Manuelles Testing mit Tastatur, Screenreadern wie NVDA oder VoiceOver und echten Nutzertests bleibt unverzichtbar. Die Firefox-Tools sind ein starker Ausgangspunkt, sollten aber immer durch manuelle Prüfungen ergänzt werden.

Wie integriere ich Firefox Accessibility Testing in meinen Entwicklungs-Workflow?

Führt bei jedem Sprint oder Release einen strukturierten Test durch: erst automatisierter Scan mit Check for Issues, dann Detailanalyse mit axe DevTools, manuelle Keyboard-Tests, Farbsehschwächen-Simulation und Heading-Check. Für kontinuierliches Monitoring empfehlen wir die Integration von axe-core in eure CI-CD-Pipeline.